Einleitung und Geschichte
Der Provitreff, im Kreis 5, am Sihlquai 240, entstand in den 80er Jahren, als die Stadt Zürich dem «Zirkus-Theater Federlos», der «Spuntengruppe Levante» und der «Kulturgruppe Houdini» die Räumlichkeiten günstig vermietete. Während des Umbaus des Jugendhauses «Drahtschmidli» 1984 (heute «Dynamo») wurden die Räume zum provisorischen Treffpunkt. Seither existiert der selbstverwaltete, nicht subventionierte Kulturraum und Treffpunkt «Provitreff» - dieser Name wurde bis heute beibehalten.
In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich daraus ein beliebter Kulturraum, der verschiedensten Gruppen und Einzelpersonen offenstand.
Die BenutzerInnen gründen 1993 den gemeinnützigen Verein Provitreff. 1998 wurde das über hundertjährige Fabrikgebäude renoviert; geringfügige bauliche Anpassungen verbesserten die sinnvolle Nutzung als Kulturraum und Treffpunkt.

Einbettung in die städtische Kulturlandschaft
Der Provitreff stellt eine notwendige Ergänzung zum städtischen und privaten Angebot an Kulturräumen und Treffpunkten dar.
Ohne Subventionen werden attraktive Räume zur Verfügung gestellt.
Gerade für jüngere Kulturgruppen ist es eine günstige Gelegenheit zu proben, vor kleinem Publikum aufzutreten und Erfahrungen im Organisieren zu sammeln.

Räumlichkeiten
Der Provitreff besteht aus zwei Teilen. Der Bewegungsraum mit Umkleideraum ist abgegrenzt vom Bar-Küchen-Disco-Konzert-Bereich (mit Ausgang zum Garten entlang der Sihl). Diese beiden unterschiedlichen Nutzungen erfordern bei Überschneidungszeiten gegenseitige Rücksichtnahme. Nach Absprache können für einen Anlass auch beide Teile genutzt werden; der Bewegungsraum bleibt für Strassenschuhe und Rauch tabu.

Konzept
Der Provitreff gibt einer Vielfalt von Kulturen Raum und Ausdrucksmöglichkeiten. Die Organisation des Anlasses ist Sache der jeweiligen VeranstalterInnen. Die nicht profitorientierten Veranstaltungen in den Bereichen Kunst, Kunsthandwerk, Literatur, Musik, Theater, Tanz, Körperarbeit, Sport etc. fördern den Austausch und die Begegnung von verschiedenen Kulturschaffenden und Gruppen.
Das Konzept Provitreff lebt von der Mitarbeit von aktiven BenutzerInnen, übergibt ihnen Verantwortung und ermöglicht Mitbestimmung.

Finanzen
Der Verein Provitreff ist gemeinnützig. Er unterhält einen “Solifonds“, der ausschliesslich für Vergabungen an verschiedene gemeinnützige Institutionen verwendet wird. Die Benutzer der Räume müssen allfällige Gewinne aus Veranstaltungen zu 75 % an kulturelle oder soziale Projekte überweisen und zu 25 % in den Solifonds einzahlen. Alle VeranstalterInnen im Provitreff müssen ihre Gewinn-Verwendungen für eine gemeinnützige Organisation mittels Einzahlungsbelegen bestätigen.
Für die Organisation eines kulturellen Anlasses können sich UntermieterInnen symbolische Entschädigungen im Sinne einer Unkostendeckung ausbezahlen.
Erwirtschaftet der Verein Provitreff einen ordentlichen Jahresgewinn, so muss dieser nach Abzug von Rückstellungen vollumfänglich in den Solifonds fliessen.

BenutzerInnen
Grundsätzlich steht der Provitreff allen Gruppen und VeranstalterInnen offen, die sich mit den Zielen des Vereins Provitreff einverstanden erklären.
Regelmässige NutzerInnen des Provitreff sollen Vereinsmitglied werden. Sie können sich in den verschiedenen Gremien des selbstverwalteten, unabhängigen und selbsttragenden Kulturbetriebs Provitreff engagieren.

Organisation und Verwaltung
Die Bürogruppe macht einmal pro Woche Präsenz und entscheidet über Vermietungen. Die VerwalterInnen erklären MieterInnnen, wie die verschiedenen Abläufe funktionieren, koordinieren und kontrollieren die Raumübergabe und organisieren alltägliche Unterhaltsarbeiten.
Der Vorstand betreut die Ressorts für die Betriebsführung. Höchste Instanz ist die Versammlung der Vereinsmitglieder.